| Feste und Feiern
Im vorwiegend katholischen Mexiko gehört die Karwoche zu den religiösen Höhepunkten des Jahres. Die Leidensgeschichte Christi wird in zahlreichen Aufführungen dargestellt, wobei es nicht selten zu echten rituellen Geißelungen kommt. Die beeindruckendsten Feiern finden in Mexico City (Karfreitag, Iztapalapa), Cuernavaca, Tepoztlán, Taxco, San Luis Potosí, Puebla, Atlixco (Tlaxcala), Oaxaca und Papantla (Veracruz) statt.
Eine besondere Bedeutung kommt in Mexiko auch dem Totentag am 2. November zu, der in vielen Regionen Mexikos in einer Mischung aus katholischen und heidnischen Zeremonien gefeiert wird. An Allerseelen gehen die Familien auf die Friedhöfe, wo die Gräber festlich geschmückt und mit den für die Jahreszeit typischen ockergelben Cempoalxochitl-Blumen dekoriert werden.
Die Angehörigen und Freunde bringen für die Lebenden wie für die Toten Essen und Getränke ans Grab, meistens auch die Lieblingsspeise des oder der Verstorbenen. Dabei fehlt natürlich der Tequila nicht. Tradition haben im November auch die süßen Totenköpfe aus Zuckerguss oder Schokolade und das süße pan de muertos (Totenbrot). Berühmt sind die Totefeiern im Bundestaat Michoacán, hier vor allem in Pátzcuaro und auf der Insel Janitzio im Pátzcuaro-See.
Die Weihnachtszeit gehört in Mexiko zur schönsten im Jahr. Vom 16. bis 24. Dezember finden jeden Abend die traditionellen Posadas (Weihnachtsfeiern) statt, bei denen die Wanderschaft und Suche der Heiligen Familie nach Obdach mit Gesang nachgestellt wird. Anschließend wird gefeiert: So genannte Piñatas (gefüllte Ton- oder Pappmachésonnen oder fantasievolle Figuren) werden mit Süßigkeiten und Obst gefüllt. Mit verbundenen Augen sollen die Teilnehmer - vor allem Kinder - die Piñata mit einem Stock zerschlagen. Serviert wird dabei auch der traditionelle Punsch aus Früchten (Guave, Apfel, Orange und Zuckerrohr).
Musik und Tanz
Bekannt weit über die Grenzen Mexikos hinaus die Volksmusik der Mariachis. Ihn spielen noch heute Wandermusiker in der typischen Tracht sowohl bei Festen als auch bei Hochzeiten oder in Restaurants. Eine Mariachi Gruppe besteht dabei aus Gitarren, Geigen, sowie Trompeten und einem, oder auch mehreren Sängern.
Zu einem festen Bestandteil der mexikanischen Kultur gehören auch die Charreadas, die mexikanischen Pferdewettspiele. Ihren Ursprung haben die Charreadas in den Wettbewerben der mexikanischen Cowboys, die auf den Haciendas arbeiteten . Heute hingegen sind sie ein folkloristisches Ereignis. Eine Charreada beginnt mit einer Parade der antretenden Mannschaften. Begleitet werden sie von einer berittenen Frauengruppe. Ein Reiter trägt beim Einritt in die Arena die mexikanische Nationalflagge. Alle Vorführungen werden gepunktet. Die Punkte werden gesammelt, wobei das ganze Jahr über derartige Veranstaltungen stattfinden. Den Abschluss bildet die "Fiesta de Charro", die ihren krönenden Abschluss mit dem Tanz der "Jarabe Tapatio" findet.
Würzig scharf
So vielfältig wie das Land ist auch die Küche Mexikos. Als eines der wenigen Länder Lateinamerikas hat Mexiko ganz eigene regionale Köstlichkeiten hervorgebracht. Die Esskultur hat einen hohen Stellenwert, denn Essen ist Lebensfreude und wird meist mit geselliger Kommunikation, Musik und Genuss verbunden. Durch die bewegende Geschichte des Landes vereinen sich hier alt-einheimische, indigene Rezepte mit spanischen, französischen und arabischen Einflüssen. Hauptnahrungsmittel ist seit jeher der Mais, der z.B. in Form von Tortillas zu fast jedem Essen gereicht wird. Der Teig besteht aus Wasser, Salz, Schmalz und Maismehl und wird traditionell mit der Hand oder mit Hilfe einer Presse flach gedrückt und auf einem heißen Blech gebacken. Es gibt dutzende Tortillagerichte wie z.B. Chilaquiles, Enchiladas, Tacos, Quesadillas, Tostadas oder Gorditas. Natürlich dürfen auch die beliebten Bohnen - "Frijoles" und die unendlichen Variationen von würzig scharfen Salsas (Soßen) nicht fehlen!
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